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VORWORT

von Dr. Dr. Ingrid Riedel

Ein aufweckendes Buch, das aufruft, Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Wodurch? Durch die ungeahnten Möglichkeiten der Imagination, des Herausgestaltens von Heilendem aus dem inneren Schöpfungsmeer, aus den inneren Bildern und Symbolen.

Um Wunderheilungen wird es dabei nicht gehen, wohl aber um die Erschließung der wundersam wirksamen Kräfte, die – intensive Übung im Umgang mit ihnen vorausgesetzt – einer Selbstheilung dienen können.

Es ist ein überraschendes Buch: nicht ohne schöpferische Spielfreude geschrieben, das Leser und Leserin per Du anspricht und von Anfang an in das schöpferisch-heilende Spiel mit hineinzieht. Zugleich aber ist es mit großer Gewissenhaftigkeit geschrieben, mit anspruchsvollen Recherchen aus den hierfür relevanten Wissenschaften, von der Neurowissenschaft bis hin zu der Quantentheorie, die mit den Möglichkeiten immaterieller Wirkfelder rechnet. Es ist ein ernsthafter Versuch, die neurophysiologischen Vorgänge, die durch Imagination in Gang kommen, verstehbar und belegbar zu machen.

Alexandra Kleeberg, die ihre Ausbildung als akademische Psychologin und analytische Psychotherapeutin nicht verleugnet, beruft sich auf C.G. Jung und die von ihm entdeckte Wirksamkeit „archetypischer Felder“, die sich z.B. um den Archetyp, das Urbild des schöpferischen Kindes oder auch der alten Weisen herum konstellieren und sich heilend auswirken, sobald man sie imaginierend aktiviert.

Es geht hier nicht um die von Jung entwickelte klassische Methode der Aktiven Imagination, in der sich das Ich des Imaginierenden mit den vorgestellten Figuren auseinandersetzt, sondern um ein direktes Eintauchen in die positive Energie solcher archetypischer Felder, wie es in diesem Buch in modellhaft ausformulierten Phantasiereisen vorgeschlagen wird – und wie sie es in ihren therapeutischen Gruppen als gelenkte Imaginationen mit Erfolg erprobt.

Einen besonderen Akzent gewinnt die Einladung zur Selbstheilung durch die betonte Aufforderung an die Einzelnen – auch die in der Gruppe – sich die Fähigkeit zur Imagination übend, übend und noch einmal übend selbständig anzueignen, da nur hierdurch die Möglichkeit zur Selbstregulierung des psychosomatischen Organismus, der ein jeder selber ist, freigesetzt werden könne.

Solchen Menschen, die bereits in chronifizierten oder akut lebensbedrohlichen Krankheitsprozessen gefangen sind, kann der hier vorgeschlagene Heilungsweg über die Imagination zwar auch als lindernd, aber gewiss nicht als wunderheilend empfohlen werden, da die notwendige Übung im Umgang mit Imaginationen so rasch nicht errungen werden kann. Hier können die Imaginationen begleitend und auch unterstützend zu einer konventionellen medizinischen Behandlung erfolgen.

Für viele andere aber kann der konsequent zu übende und dadurch wachsende Zugang zur Imagination und damit zu den archetypischen psychosomatischen Wirkfeldern einen Weg in der Würde der Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit wieder freilegen.

In jedem Falle gelingt es Alexandra Kleeberg in diesem Buch, liebevoll, humorvoll und vor allem phantasievoll mit ihren Leserinnen und Lesern zu kommunizieren, so dass man der Versuchung kaum widerstehen kann, sich auf die Möglichkeiten zur Selbstheilung durch ein Imaginieren aus der Fülle des Schöpfungsmeers einzulassen.

Ingrid Riedel im September 2012